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Pokaltraum geplatzt – Crivitz verliert Skandal-Halbfinale in Lübtheen

Lübtheener SV Concordia – SG Einheit Crivitz 4:1 (3:0)

Durch eine klare 1:4-Niederlage beim Lübtheener SV Concordia schied Einheit Crivitz aus dem Landesklassen-Pokalwettbewerb aus. Überschattet wurde das Spiel von mehreren Aktionen mit Böllern und Bengalos durch einige hirnrissige Chaoten, die teilweise auch aus anderen Orten angereist waren, weshalb das Spiel nach 70 Minuten kurz vor einem Abbruch stand.

Die Crivitzer waren recht optimistisch ins Spiel gegen den Tabellenletzten der Landesklasse Staffel V gegangen. Endlich konnte Trainer Henry Ströh einmal personell aus dem Vollen schöpfen und auch eine stattliche Anzahl von Fans, darunter allein 20 Mitreisende im eingesetzten Mannschaftsbus hatten den Weg nach Lübtheen gefunden. Doch schon nach zwei Spielminuten setzte es die erste kalte Dusche in Form des 0:1. Nach einer Flanke von der Seitenauslinie verloren gleich zwei Crivitzer das Kopfballduell gegen den Lübtheener Michalewski, danach konnte Brennenstuhl unbehelligt in Richtung Tor marschieren und platziert ins lange Eck vollenden. Die Gäste versuchten, sofort zu antworten. Ralf Mierendorf setzte nach 6 Minuten von der Mittellinie zu einem langen Dribbling an, verpasste aber im Strafraum im rechten Moment den mitgelaufenen Toni Busse anzuspielen und die Chance war dahin. Dann ging Busse selbst auf der rechten Seite durch, seinen genauen Querpass setzte Dennis Scholz freistehend neben das Tor (13.). Statt des schnellen Ausgleichs stand es dann plötzlich 0:2, als Mathias Menck im Strafraum denr Ball unglücklich mit der Hand spielte und Banowski den Strafstoß sicher verwandelte (16). Diesmal saß der Schock tiefer bei Crivitz, sie hatten große Mühe, um vor das Lübtheener Tor zu kommen, einzig ein Linksschuss von Mierendorf, den der Torwart im Nachfassen klärte, war erwähnenswert (35.). Nach 27 Minuten mussten Menck und sein Gegenspieler verletzt ausgewechselt und im Krankenhaus genäht werden, nachdem sie an der Mittellinie mit den Köpfen zusammengestoßen waren. Der Gastgeber setzte nun noch mehr auf sein Rezept mit schnellen Kontern und wurde nach 43 Minuten mit dem 3:0 erneut belohnt. Eine flache Eingabe von der rechten Seitenlinie wurde von der Crivitzer Abwehr nicht verhindert, Paul Rathke schaltete innen zu früh ab und der durchlaufende Banowski schob mühelos ein.

Nach dem schnellen 1:3 (48.) durch Hubertus Wolff, der per Kopf nach einem vom Torwart abgeklatschten Scholz-Freistoß zur Stelle war, schnürte unser Team die Lübtheener über 20 Minuten in ihrer Hälfte ein. Doch brisante Torszenen blieben leider Mangelware, da einerseits viele Fehlabspiele den Spielfluss hemmten und außerdem die Abwehr des LSV kaum etwas zuließ. Im Gegenteil, als nach genau 70 Minuten Torjäger Michalewski nach einer Ecke mit einem Bilderbuchkopfball, bei dem vier Crivitzer um ihn herum allenfalls Geleitschutz anboten, auf 4:1 erhöhte, war der Drops gelutscht. Als der Schiedsrichter nach fünfminütiger Unterbrechung wegen der Böllerchaoten, das Spiel fortsetzen ließ, war der Widerstand der Crivitzer auf den Nullpunkt gesunken. Man konnte eher von Glück sagen, dass der Gegner das nunmehr heillose Durcheinander in der Gästeabwehr nicht noch zu einem höheren Ergebnis nutzte.

Fazit: Unsere Mannschaft hat eine Riesenchance, die möglicherweise so schnell nicht wieder kommt, verstreichen lassen, um eine Saison mit Höhen und Tiefen durch einen Einzug ins Pokalfinale etwas zu versüßen. Die simple Art und Weise, wie wir die Gegentreffer bekommen, konnte auf der Trainerbank und unter den mitgereisten Fans nur Kopfschütteln hervorrufen. Trotzdem Glückwunsch an die Lübtheener zu diesem absolut verdienten Sieg und viel Erfolg für das Finale in Sternberg gegen die LSG Elmenhorst. Auf einem ganz anderen Blatt stehen die Vorkommnisse vor, während und nach dem Spiel. Drei hilflos agierende Ordner waren nicht in der Lage, etwa ein Dutzend Randalierer und Vollidioten in Schach zu halten. Erst als nach dem Spielende auch noch Fäuste und Flaschen flogen, wurde viel zu spät nach der Polizei gerufen, die dann aber nicht mehr viel bewirken konnte. Den Gipfel der Unverfrorenheit leistete sich der völlig daneben liegende Stadionsprecher mit der Aufforderung, dass sich die Crivitzer Fans nicht als schlechte Verlierer zeigen sollten, obwohl diese kriminellen Elemente aus den Reihen der Gastgeber, einschließlich einiger auswärtiger Sympathisanten kamen. Auch diesen verbalen Fehltritt haben die Schiedsrichter in ihrem Sonderbericht vermerkt und insgesamt dürfte klar sein, dass der Gastgeberverein mit einer empfindlichen Geldstrafe wegen mangelhaftem Ordnungsdienst rechnen muss.

 

Einheit Crivitz: R.Eckert, Hu.Wolff, P.Rathke, M.Jürgens, F.Schmidt, T.Dobbertin, M.Menck verl.27.St.Saeland), M.Kolberg (82.S.-O.Anders), R.Mierendorf, D.Scholz (82.R.Lappe), T.Busse

FM

Quelle: SG Einheit Crivitz

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